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Artikel: Miesbacher Wunderkammer - Ausstellung bis 30.10.

Miesbacher Wunderkammer - Ausstellung bis 30.10.
Neuigkeiten

Miesbacher Wunderkammer - Ausstellung bis 30.10.

Der Miesbacher Museumsverein hat seine neue Ausstellung "Miesbacher Wunderkammer - Kurioses im Museum" eröffnet. Bis 30.10. sind im Rathaus und in 22 Miesbacher Geschäften besondere Sammlungsstücke ausgestellt.

Auch WELTENTDECKER ist Teil der Ausstellung und wird bei den Schulklassenführungen besucht. Wir zeigen drei verschiedene Spielzeugartikel von früher und heute.

 


Exponat 1 "Kosmos Chemiebaukasten"

Ein Bunsenbrenner, Reagenzgläser, Kalk, Jod, Kaliumpermanganat – und tatsächlich auch Salzsäure und Natronlauge: Mit diesem Kasten sollten Kinder schon vor über 80 Jahren „alles, was im Hause ist" chemisch untersuchen. Erfunden hat das Konzept 1922 der Stuttgarter Kosmos-Verlag mit dem weltweit ersten Kasten dieser Art. Wenige Jahre später entwickelte der Schweizer Lehrer Wilhelm Fröhlich daraus eine ganze Kastenfamilie – darunter 1932 den Chemie-„Baukasten" All-Chemist, wie er damals hieß. Der Name ist heute nicht mehr ganz treffend: Gebaut wird hier ja nichts Bleibendes, man führt chemische Versuche durch – deshalb heißen solche Kästen inzwischen „Experimentierkästen".

Unser Exemplar – immerhin bereits die siebte Auflage – stammt aus dem Jahr 1940. Zum WELTENTDECKER kam es 2018 zur Ladeneröffnung aus einer Haushaltsauflösung – passend zum Ladenschwerpunkt „Spielzeug für kleine Forscher".

Heute stellt Kosmos, nach über 100 Jahren immer noch in Stuttgart ansässig, weiterhin Experimentierkästen her – streng geprüft nach europäischen Sicherheitsstandards. Ätzende Säuren und Laugen sucht man darin vergeblich, dafür programmieren Kinder heute auch Roboter per App.

Im Laden gibt es übrigens auch noch einen Technikus aus dem Jahre 1956.

Frage an Dich: Findest Du den alten Namen "Baukasten" oder den heutigen Namen "Experimentierkasten" treffender und warum?

Exponat 2 "Brio-Eisenbahnfähre"

Züge können nicht schwimmen – aber mit dieser kleinen Holzfähre setzen sie trotzdem sicher ans andere Ufer über. Unsere beiden Fähren zeigen, wie BRIO über die Jahrzehnte an Details feilte: Die größere, blaue Fähre mit ihren zusätzlichen Steuertürmchen auf beiden Seiten stammt aus den 1980er-Jahren, die kompaktere rote Fähre aus den späteren 1990er-Jahren.

Die Marke selbst geht schon auf das Jahr 1884 zurück, als Ivar Bengtsson im südschwedischen Osby eine kleine Korbwarenwerkstatt gründete. Der Name BRIO steht für „Bröderna Ivarsson, Osby" – von den Namen der Ivarsson-Brüder abgeleitet, die das Geschäft später übernahmen. Ab 1958 eroberte die Holzeisenbahn Europas Kinderzimmer, „Made in Sweden" stand stolz auf jeder Schachtel – wie auch auf dem Schornstein unseres Exponats. Heute gehört BRIO zum deutschen Ravensburger-Konzern, entwickelt wird weiterhin in Schweden, gefertigt inzwischen aber in China.

Für unseren Ladenchef stand eine solche Fähre als Kind einige Jahre ganz oben auf dem Wunschzettel: Er ist als Junge mehrmals mit seinen Eltern mit echten Fähren nach Schweden und Dänemark gereist und fand das Verladen von Zügen und Autos schon damals faszinierend zum Nachspielen.

Frage an Dich: Bist Du schon einmal mit einer echten Fähre gefahren - und was fandest Du daran am spannendsten? Hast Du schon einmal geschaut, wo Dein Spielzeug hergestellt wurde?

Exponat 3 "WAS IST WAS - Unsere Erde"

Lange bevor WAS IST WAS zur dicken Buchreihe im Regal wurde, gab es sie nur als dünnes Heft am Zeitungskiosk. Der Hamburger Verleger Ragnar Tessloff hatte auf einer USA-Reise die amerikanische Sachbuchserie „How and Why" entdeckt und sich 1959 die deutschen Rechte gesichert. Im Herbst 1961 erschien mit den ersten Monatsheften die erste deutsche Sachbuchreihe für Kinder. Bereits als Heft Nr. 2 erschien „Unsere Erde" – für damals 3 D-Mark. Unser Kiosk-Heft trägt den Copyright-Vermerk 1962 und stammt damit aus genau dieser frühen Anfangsphase; wir bestellten es 2018 zur Ladeneröffnung von WELTENTDECKER. Die vertraute gebundene Buchform kam erst 1963 auf den Markt, nach bereits 24 Heften.

Bei uns treffen gleich drei Generationen aufeinander: Neben dem Original-Heft von 1962 zeigen wir die gebundene Ausgabe „Unsere Erde" von 1971 – das eigene Kindheitsexemplar unseres Ladenchefs – sowie eine aktuelle Neuauflage. Zwei liegen bei uns auf derselben Doppelseite zur „Entstehung der Erde" aufgeschlagen: Ein direkter Vergleich zeigt, wie unterschiedlich Wissenschaft und Illustration über sechs Jahrzehnte dargestellt wurden.

Aus dem einstigen Kioskheft ist inzwischen eine riesige Wissensmarke geworden: fast 150 Bände, über 100 Millionen verkaufte Exemplare in 45 Sprachen, dazu Filme, Apps und Hörspiele. Aus reinem Lesen ist multimediales Lernen geworden. Und die Themen reichen von Demokratie über Handy bis hin zu Schleim oder Quallen – es gibt vieles für alle Neugierigen zu entdecken.

Frage an Dich: Welche Frage über die Erde würdest Du am liebsten beantwortet bekommen?



Alle anderen Läden und Ausstellungsobjekte findest Du auf der Wunderkarte des Museumsvereins.

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